Karl Sapper

Karl Sapper, geboren am 22.08.1876, studiert Theologie und Philosophie in Tübingen und Berlin.1 Von 1899 bis 1903 ist er als Religionslehrer und evangelischer Priester tätig. 1903 übersiedelt er nach Österreich und ist erst in Feldbach, dann in Graz weiter als Religionslehrer beschäftigt (vgl. Schönafinger 1994, 60). Außerdem betreibt er Studien der Religionsgeschichte, Philosophie und Naturwissenschaft, die er 1920 mit seiner Dissertation abschließt (vgl. Berger et al. 1997, 35). 1925 habilitiert er sich mit der Schrift Das Element der Wirklichkeit und die Welt der Erfahrung. Grundlinien einer anthropozentrischen Naturphilosophie.

Von 1925 bis 1938 ist er als Dozent für Philosophie am Grazer Institut tätig, danach bis 1940 als ao. Professor. Sapper wird zum 01.05.1938 Mitglied der NSDAP (Tilitzki 2002 II, 773).2 Die Kreisleitung Graz beurteilt ihn 1939 als „wohl national eingestellt, aber ohne Einsatzbereitschaft für den Nationalsozialismus“ (ebd.). Er lehrt bis zu seinem 70. Lebensjahr an der Universität Graz (PA Sapper, Bestätigung vom 5. Juni 1950). Der Grund seines Ausscheidens aus dem Universitätsdienst ist nicht bekannt (vgl. Schönafinger 1994, 60). Sapper stirbt am 07.09.1964 in Graz.

  1. Alle biografische Angaben stammen, sofern nicht anders angegeben, aus Binder et al. 2001, 682f.
  2. Tilitzki stellt eine weltanschaulich problematische Quelle dar. Weltanschaulich problematisch, weil sie offen (geschichts-)revisionistische Intentionen verfolgt (vgl. bspw. Tilitzki 2002 I, 22/23). Der Revisionismus von Autor und Werk ist weithin bekannt und wird kritisiert (z.B. Meyer 2002, Breuer 2002, Leaman 2006 Anm. 1), unter anderem, weil Tilitzki eine „Mittäterschaft von Juden“ betont und damit einen „gewissen Antijudaismus“ (Sandkühler 2009, 61 und Meyer 2002) stützt sowie weil er die Schuldfrage und die Rolle Deutschlands im Zweiten Weltkrieg relativiert (cf. Sandkühler 2009, 61 f., Flasch 2002). Sandkühler kritisiert an Tilitzkis Werk die Normativität eines „apologetisch-entlastenden Gebrauch[s] der Zeitgeschichte“ (Sandkühler 2009, 61, Herv. im Orig.). Laut Zeitschrift des Allgemeinen Studierendenausschuss der Freien Universität Berlin wurde Tilitzki aufgrund seines Buches „[gebeten] für die Bereiche Politische Theorie und Ideengeschichte des OSI […] künftig keine Seminare mehr am Institut [Otto-Suhr-Institut der FU Berlin] anzubieten“ (Luca, Milly und Timo 2009, 36).